Im Jahre 1904 ging der bürokratische Disput,
ob Feuerwehrleute Orden für langjährige, verdienstvolle Mitarbeit bekommen dürfen,
bereits in sein 24.(!) Jahr, als Franz Eichinger und Josef Waldherr den Dienst
am Nächsten in den Mittelpunkt stellten,
die Diskussion um Orden mit größter Wurschtigkeit betrachteten
und alsdann die Freiwillige Feuerwehr Gutenbrunn gründeten.

Lange wurde um das erste Budget gerungen, sodass 1905 eine 2-strahlige Handspritze von der Firma Kernreuter angekauft werden konnte. Diese wurde schließlich mit der Feuerwehrfahne von Frau Ernestine Figdor eingeweiht. Gutenbrunn, Adletzberg und Hameten bildeten damals eine gemeinsame Wehr. Im Jahr 1905 wurde von der Firma Kernreuter eine 2-strahlige Handspitze angekauft, welche 1906 zusammen mit einer Feuerwehrfahne von Frau Ernestine Figdor eingeweiht wurde.
1905 begannen erste Überlegungen, Zweigstellen einzurichten, wohl weil die Entfernungen in der damaligen Zeit sowohl Kommunikation als auch Koordination im Einsatzfall deutlich schwerer machten als heute. Die Zweigstelle Adletzberg bekam einen eigenen Hydrophor, der später an die Filiale Hameten übergeben wurde, statt dieses Hydrophors erhielt Adletzberg eine neue Handspritze und wurde schließlich 1924, als mittlerweile endlich Orden vergeben werden durften, selbständig. Die Filiale Hameten folgte als eigene Filiale 1927. 1937 wurde von der Firma Knaust eine 4-Takt-Motorspritze angekauft, welche schließlich der stalinistischen Industrie als Kriegsbeute einverleibt wurde und nach ihrer Verschleppung nie wieder gesehen ward. Erst 1948 konnte eine alte, gebrauchte TS8 angekauft werden, welcher ebenfalls nur eine kurze Lebensdauer beschieden ward, da sie eine "Luftschutzspritze" aus Deutschland war.
1951 wurde, nachdem die TS8 abhanden gekommen war, eine Tragkraftspritze RW 75 erworben, welche mit Pomp und Trara unter Begleitung der Dorfmusik vom Bahnhof Sitzenberg-Reidling nach Gutenbrunn gebracht wurde. Diese Ehre ist strikt unseren Spritzen vorbehalten, Pseudo-Prominente und andere Würschtl, die weder Orden vergeben noch dem Nächsten dienen wollen, dürfen ruhig weiter fahren.
1955 schließlich ging das Zeitalter der rein vokalen Alarmierung zu Ende als eine Sirene und eine Blitzschutzanlage am alten Feuerwehrhaus installiert wurden. Fürderhin konnten wir stets darauf aufmerksam machen, wenn nicht genug Spenden zusammenkamen.
1964 wurde eine neue Spritze vom Typ RVW75 von der Firma Rosenbauer angekauft, 1971 ein Kleinlöschfahrzeug von der Firma Hofbauer; weiters erstanden wir einen TS-Anhänger von der Feuerwehr Loich.
1973 hielt die Trockenlöschära Einzug, als 2 Stück Trockenlöscher (Pulver) mit je 6kg angekauft wurden. Da wir dies allein für nicht ausreichend hielten, wurde auch der Löschteich saniert, welcher insgesamt 1,4Mio Liter Wasser fasst. Wein war uns zum Befüllen leider zu schade.
1986 stand schließlich, wie jedes Jahr, die Wahl des Kommandos an, welches diesmal künftig aus Kommandant BI Hans Neuhauer und Kommandant-Stellvertreter HBM Josef Ziegler bestehen würde.
1996 wechselte die Führung abermals, Kommandant wurde OBI Karl Gramer, Kommandant-Stellvertreter wurde BI Helmut Ruthner.
1981 schließlich konnten wir aufhören, uns immer gegenseitig anzubrüllen, da die Wehr mit Funk ausgerüstet wurde.
1983 bekamen wir unangenehmen Besuch von Baumeister Hans Stelzer, welcher feststellte,
dass uns zwar nicht der Himmel, wohl aber unser Feuerwehrhaus auf den Schädel fallen könnte.
Es ergab sich also die Notwendigkeit, ein Neues zu bauen.

Dieser Neubau wurde schließlich 1984 beschlossen, wobei die Stadtgemeinde Herzogenburg
die Materialkosten übernahm und die Männer der Feuerwehr die Arbeitsleistung.
Bauholz und Dachstuhlholz verdanken wir Wilhelm Figdor, der uns dieses großzügig zur
Verfügung stellte. Im selben Jahr wurde der Funkausbau für den Abschnitt
Herzogenburg fertig gestellt.
1986 wurde unser neues Prunkstück und Wahrzeichen schließlich eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben.
Schön langsam verabschiedeten wir uns von den Pferdefuhrwerken und kauften 1991
das Kleinlöschfahrzeug MB310 von der Firma Rosenbauer an. Taufpatin wurde Anne-Marie Figdor.
1996 schwatzten wir dem Arbeitersamariterbund Traismauer einen VW-Bus ab und bauten diesen
in Eigenregie zum Kommandofahrzeug um. Niemand bekam dafür einen Orden,
auch wenn dies nunmehr immerhin seit fast 80 Jahren möglich wäre.
Taufpatin dieses Fahrzeugs wurde Andrea Loris.
Mittlerweile haben wir unser 100jähriges Jubiläum gefeiert, sind weiterhin arm an Orden aber reich an Teamgeist, Tradition und Pflichtbewusstsein. - Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr !
…und wer nicht auf unsere Festl kummt, der versäumt was…